**** der liebe winter ****

Dienstag, 30. November 2010




...er schickt seine ersten boten. es ist kalt geworden, und dresden ist in eine schneedecke gehüllt. die geräusche der stadt werden gedämpft, alles ist stiller - mal abgesehen von der innenstadt, die von all den weihnachtsmärkten in schach gehalten wird. da hört man weit das dröhnen von "wir steigern das bruttosozialprodukt"...was auch immer das konkret mit weihnachten oder winter zu tun hat.
nachdem ich gestern die passenden glühbirnen für meinen schwibbogen besorgt habe, bin ich noch ein wenig durch die stadt geschlendert, zu schön glitzerte der schnee im straßenlampenschimmer. ich hatte die weihnachtsmärkte völlig vergessen und fand mich plötzlich im stallhof zum mittelalterlichen konzert wieder. dort gab es herrlichen heißen heidelbeerwein (alliteration) und auch halb 10 noch eine bratwurst für mich. auf dem romantischen weihnachtsmarkt vor der frauenkirche, der wirklich extrem zu empfehlen ist (was für schöne, süße, kitschige stände es dort gibt! und diese aushängeschilder...wahnsinn.), habe ich mich über modellbauschiffe der sächsischen dampfschifffahrt informiert, und über laserstrahlen. eine gelungene mischung, danach wurde das erste mal versucht, mit handschuhen zu stricken. geht aber nur bedingt, denn der faden rutscht nicht gut über die finger - man bräuchte entweder einen gleitfilm um den linken zeigefinger oder handschuhe, bei denen dieser finger ausgelassen wird.

das resultat des abends war wie gewünscht: kopf leer, bauch voll. wunderbar.


bei mir im kindergarten hat der themenwechsel von herbst zu winter stattgefunden, nun gilt es dort eifrig fingerspiele wie dieses auszuprobieren:

fünf finger sitzen dicht an dicht,
sie wärmen sich und frieren nicht.
der erste sagt: 'auf wiedersehn!'
der zweite sagt: 'ich will jetzt gehn!'
der dritte hälts auch nicht mehr aus,
der vierte geht zur tür hinaus.
der fünfte ruft: 'he ihr, ich frier!"
da wärmen ihn die andern vier.

und anhand dieses gemeinschaftsgefühls, das die finger da erleben, wird mir gerade wieder bewusst, wie viele liebesbeweise mich eigentlich umgeben...


* eine ganze schachtel voller fröbelsterne, die meine mutti für mich gefaltet hat
* gemalte bilder meiner neffen und nichten
* handarbeiten meiner lieben omi, unter anderem ein gesticktes bild von einer rose...so kleiner kreuzstich, den sieht man kaum
* der schwibbogen, den mir mein opa gebaut hat
* der weihnachtsschmuck, den ich von unterschiedlichen menschen geschenkt bekommen habe und der jedes jahr wieder aufgestellt wird
* eine besondere laterne aus unserem urlaub in den niederlanden


- so viele dinge, die mir menschen geschenkt haben, um mir eine freude zu machen.

brauche ich da eigentlich noch weihnachtsgeschenke? ich habe doch so viel. soo viel. aber ich bin noch nicht erwachsen genug, um mir nichts zu wünschen. dafür bekomme ich einfach viel zu gern geschenke. und so werde ich vielleicht nächstes jahr wieder hier sitzen und sagen: mich umgeben soo viele liebesbeweise... :-)
[mit dem wort "liebesbeweise" will ich nicht ausdrücken, dass man liebe mit geschenken beweisen muss. sie helfen vielleicht, eine art 'kult' aufzubauen um dinge, die sonst keine bedeutung hätten. aber liebe transportieren sie nur bedingt. liebe geht direkt von herz zu herz, und nicht den umweg über gegenstände :-)]

im bewusstsein, dass so viele menschen stets gewehr bei fuß stehen, wenn ich sie zur unterstützung oder zum reden brauche, lassen sich auch rückschläge, wut und ärger besser ertragen. das habe ich in den letzten tagen wieder gemerkt. manche menschen kann man nicht ändern, man muss halt lernen, mit ihnen umzugehen...und sich selbst niemals nicht aus dem blick zu verlieren.

ihr lieben, ich werde versuchen, bald mal wieder etwas gestricktes zu zeigen. gerade arbeitet jedoch die werkstatt für - na was wohl - geschenke ;-) (so ist der mensch eben...)

ich wünsche euch allen eine lebendige und fröhliche adventszeit :-)


das manu (mit neuer kamera, jippiiie!)

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